Nein… das ist leider nicht wie versprochen die Fortsetzung meines kleinen Berichts über die Arbeit bei Siemens. Da mein Leben in den letzten Wochen ziemlich durchgeschüttelt wurde, hat Siemens vorerst noch mal Glück gehabt, denn ich hatte wenig Muse um am Blog weiter zu schreiben.
Aber ich bin noch voll am Leben, und hab mich erst mal Hals über Kopf in jede Menge Action gestürzt. Inzwischen war ich in:
1. Washington DC
und habe dort vor dem Weißen Haus gegen Bush demonstriert! Wie sich das für jeden anständigen Links orientierten Studenten gehört. Jawoll JA!
2. Boston
Dort bin ich auf dem Freedom Trail gewandelt, und habe die Geschichte der amerikanischen Unabhängigkeit hautnah nachvollzogen. Und ja, in Ordnung, sie haben mich davon überzeugt, dass es Abschnitte in der Geschichte dieses Landes gibt, auf die man zurecht Stolz sein kann…. aber… so Stolz? Vor allem die Verehrung der frühen Präsidenten ähnelt hier meiner Meinung nach teilweise schon fast eher Vergötterung. Hätte ich nicht gewusst wo ich war, hätte ich gedacht ich sei auf der Akropolis und Zeus schaut auf mich herab…

(Washington DC: Lincoln Memorial)
3. Cambridge (bei Boston)
Dort befindet sich die weltberühmte Harvard University. Der Hof war ja ganz nett, aber für 300.000 Dollar pro Semester hatte ich irgendwie mehr erwartet. Der Campus der FU ist auch nett… für 0 Dollar pro Semester (auf dass es so bleibe!!). Und ich muss ihn mir nicht mit mehreren hundert lärmenden Touristen teilen, die jeden Morgen in Bussen ankommen um meine Uni zu besichtigen. In diesem Sinne: Mitleid mit den armen Harvard Studis, und ein Hoch auf die FU. Harvard mag berühmt und anerkannt sein, und die Lehre dort Weltklasse… aber meine FU… die ROCKT einfach ![]()
Viel interessanter und beeindruckender war da schon das MIT. Für Unwissende: das „Massachusetts Institute of Technology“, eine der führenden und besten Universitäten für Forschung und Entwicklung im Hightech Bereich.
Zugegeben, auf den ersten Blick war das MIT lediglich beeindruckend hässlich. Der Großteil vom MIT sieht aus wie eine heruntergekommene Plattenbausiedlung in Marzahn. Aber das Innenleben ist der Wahnsinn. Endlose Labore, Rechenzentren und Werkstätten. Alles vom Feinsten. Ich glaube es gibt nichts, dass man dort nicht bauen oder zumindest Prototypen könnte. Über Supercomputer, Robotter, Autos, Schiffe und Flugzeuge. Gebaut haben die davon schon alles. Nicht umsonst gingen bisher über 50 Nobelpreise und zahllose weitere Forschungsauszeichnungen an Studierende vom MIT. Diese Universität hat mich begeistert. Wenn ich noch einmal die Chance hätte zu studieren, würde ich alles dafür geben ans MIT gehen zu dürfen… irgendwie. Ok ok, ich hör ja schon auf… aber man wird ja nochmal träumen dürfen
4. NYC: Bon Jovi
Zur „Entspannung“ bin ich dann am Samstag mal wieder „nur bis nach New York“ gefahren und habe mit ~100.000 anderen Irren dicht gedrängt im Central Park dem kostenlosen Abschlusskonzert von Bon Jovi’s Welttournee gelauscht. Es wars wert.
Nach dem Konzert sind wir dann noch durch die „Stadt-die-niemals-schläft-in-der-um-2:00-aber-alles-zu-macht“ gezogen. Man sollte es nicht glauben, aber selbst in der 12 Millionen Stadt New York, direkt in Zentrum von Manhattan, machen selbst am Wochenende um 02:00 Uhr einige Bars gnadenlos dicht. Egal wie voll der Laden grad ist, man wird aufgefordert seinen Drink zu beenden und zu gehen. Musik aus, helles Licht an, und Rausschmiss. Ist uns zwei Mal passiert. Die kennen da nix. Draußen sitzen ist sogar noch schwieriger. Ab 12:00 Uhr ist das wohl nicht mehr überall zulässig, so dass viele der netten Bars dann nur noch Plätze drinnen anbieten.
Aber wir haben uns nicht unterkriegen lassen, und uns trotzdem wacker von einer Bar in die nächste geschlagen, bis ichs dann zur sportlichen Zeit von 6:30 Uhr morgens in mein Bett zurück geschafft hatte.
5. Kommendes Wochenende
will ich ganz in den Süden von New Jersey fahren und dort Wale beobachten. Angeblich ist dafür gerade DIE Zeit, und es gibt viele kleine Bootsunternehmen die Touren für das sogenannte „Whale Watching“ anbieten. Mit etwas Glück kann ich also vielleicht ein Foto vom berühmten „springenden Wal“ machen
.
So long, euer David.


Juli 17, 2008 um 5:19 |
Schön, ‘mal wieder ‘was von dir zu hören.
1. Jawoll, so gehört sich das! Ich muss sagen, ihr wart ziemlich einsam dort vor dem Weißen Haus. Um so besser, dass du da warst.
2. Sind amerikanische Präsidenten nicht immer von Gott gesandt? ^^
3. MIT-Leute genießen ja den Ruf, 25h/Tag in ihren Laboren zu laborieren. Offensichtlich ist es dort ja auch sehr interessant. Wen wundert es da, dass es von außen nicht ausmacht, wo die verantwortlichen es doch immer nur von innen sehen?
4. Ist ja fast so schlimm wie in Tempelhof
So long, Benjamin
Juli 17, 2008 um 5:20 |
ähm… bei 3. sollte es heißen „von außen nichts hermacht“. Keine Ahnung welche Knoten ich da in den Fingern hatte.
Juli 17, 2008 um 7:49 |
Juhu, endlich malwieder ein neuer Bericht!
Klingt alles sehr spannend und aufregend… da kann ich nur hoffen, dass das mit meinem Besuch bei dir doch noch klappt…
p.s.
in deinem nächsten Bericht würde ich gerne den “springenden Wal” sehen *g*
Juli 17, 2008 um 9:30 |
*pong*
so wie man je gefällichst jeden ping beantwortet!
gut zu hören das du viel erlebst! und nicht nur arbeitest! sowas macht ja auch keinen spass.
wünsch dir viel erfolg mit den walen!
gruss chris