Getting Organized…

30.05.

Dank Jetlag bin ich jetzt Frühaufsteher, schlag 06:00 Uhr war ich wach. Aber das ist eigentlich ganz gut so, ich will versuchen das so beizubehalten. Das Frühstück im Holiday Inn ist Klasse. Es gibt Ei, Speck, Burger, Bratkartoffeln, Bagles und so ziemlich alles andere was viel Fett hat. Ist halt typisch amerikanisch. Aber zum Buffet gehören auch Früchte, Musli und Toast, sowie Kaffee und Saft soviel wie man mag. Alles in Allem auf jeden Fall schon mal ein Grund die 13 Nächte im Hotel auf jeden Fall auszunutzen.

Schon als ich gestern hergefahren bin, war mir klar geworden, dass ohne Auto hier mal absolut gar nichts läuft. Die Aussage „Noone goes by foot“ kommt nicht von ungefähr. Man merkt einfach, dass die Stadtplanung hier ganz anders war als in Deutschland. Alles ist weiter von einander entfernt. Alles ist darauf ausgelegt, dass jeder ein Auto hat. Breite Straßen, riesige Parkplatzanlagen vor Geschäften oder Einkaufszentren. Und so gut wie keine gemeinsam nutzbaren Verkehrsmittel. In Princeton selber gibt es Busse, aber von einem Ort in den nächsten zu kommen ist ohne eigenes Auto ein ziemliches Problem.

Also war das auch das erste was ich angehen wollte: Mein Auto abholen. Also hab ich mir im Holiday Inn das hauseigene Shuttle für 08:00 Uhr reserviert, um mich nach Cranbury fahren zu lassen (dort sollte die Autovermietung sein). Mein Fahrer war ein typischer Amerikaner. Ich sage das deshalb, da alle Versuche sich mit ihm zu unterhalten fehl schlugen, da er einfach nicht bereit war beim sprechen die Zähne auseinander zu nehmen. Manchmal hab ich selbst mit Nachfragen nicht genau verstanden was er meinte. Nun ja, an ihm kann ich wenigstens in 4 Monaten dann testen, ob sich meine englisch Künste verbessert haben, und ich ihn dann verstehe :) .

Während der Fahrt nach Cranbury wurde ich eines weiteren Unterschieds in der Verkehrsführung gewahr: Man kann auf den größeren Straßen hier nicht einfach links abbiegen. Es gibt einfach keine Abbiegespur, und Turns sind verboten. Man muss also wenn man links abbiegen will rechts abbiegen, und dann drehen. Meistens ist der Straßenverlauf so angelegt, dass das ohne weiteres möglich ist, aber man muss sich erstmal dran gewöhnen. Wie ich später feststellen sollte, bereitet einem dieses „Feature“ auch beim Karten lesen und Routen planen ungeahnte Überraschungen.

Bei der Autovermietung hatte ich das Glück zwischen 2 Fahrzeugen auswählen zu können. Das erste war ein schicker schwarzer Irgendwas, und ich mochte ihn sofort, und war gerade im Begriff ihn zu „meinem“ Wagen zu machen, als mir auffiel, dass leider der rechte Außenspiegel fehlte. Das ging so natürlich nicht. Also zeigte Pete mir den zweiten Wagen. Auch das war kein schlechtes Auto, aber er war nicht so nett wie die der schicke schwarze Irgendwas den ich hätte haben können, hätte er einen rechten Außenspiegel besessen. Irgendwie muss Pete mir die Enttäuschung wohl angesehen haben, denn er meinte irgendwas von wegen „you’r a tall guy eh? … hmm … like cars eh? .. hmm“ und dann … DANN… muhaha, dann zeigte er mir den hier:

Ein DODGE Avenger. Baujahr 2008. Quasi nagelneu. Klimaanlage, FETTE Anlage, elektrische Fensterheber, und den klassischen großen Kühler, sowie eine imposant hohe Motorhaube, die auf ordentlich Power schließen ließ. Muahhaha, und ich darf dieses Baby fahren. Der einzige Wehmutstropfen ist, dass er ein Automatik Getriebe hat, aber das hätten eh alle Wagen gehabt, hier gibt es wohl fast nichts anderes. Aber auch noch mit eigener Schaltung hätte ich mir die Cops von Princeton wohl schon am ersten Tag auf den Hals gehetzt, so bremst die Automatik die Beschleunigung etwas, und sorgt für einen noch zivilen Fahrstil *g*. Die Karre ist der Hammer, ich hoffe ich kann sie bis zum Ende behalten. Benzin verbraucht der Gute wohl etwas mehr als die anderen Wagen, aber das ist es mir alle Mal wert. Ich würd in Deutschland ja auch keinen Polo fahren wenn ich nen Porsche haben könnte =D. Benzin ist hier verdammt billig im Vergleich zu Deutschland, aber auch hier steigen die Preise, und die Amis jammern. Hier tankt man nicht Liter, sondern Gallons, wobei 1 Gallone genau 3.785411784 Litern entspricht und zur Zeit $3.80 kostet. Also quasi 1 Dollar pro Liter.

Es gab nur ein klitze kleine Kleinigkeit, die ich bei der ganzen Sache nicht bedacht hatte. Mein Hotel Shuttle war schon wieder abgefahren, so dass ich ihm nicht mehr nachfahren konnte. Der Weg nach Cranbury hatte ungefähr eine halbe Stunde gedauert, und die Chancen alleine zurückzufinden schätze ich als ziemlich mies ein. Zwar hatte ich eine notdürftige Touri Karte von Princeton, aber soweit reichte die natürlich nicht. Meine Rettung kam in Form eines GPS Navigationsgerätes, dass man bei Enterprise Rent-A-Car ebenfalls mieten konnte… für die Nichtigkeit von $10 pro TAG!! Das bezahlt Siemens leider nicht *g*. Aber gut, ich war absolut ortsfremd. Ich hatte keinen Plan von Nichts, und irgendwie musste ich ja anfangen mich mit der Umgebung vertraut zu machen. Ich nahm das Ding also mit, mit dem Plan es noch heute Abend oder spätestens am Samstag zurück zu geben.

Also war ich ausgestattet. Mit netter Karre und High Tech Navi Namens TomTom :P war ich startklar um Amerika zu erobern. Auf dem Hinweg waren wir durch Zufall schon am Gelände von Siemens vorbei gekommen, und da ich als nächstes vor hatte ein Konto zu eröffnen, und die bevorzugte Bank der Siemens Interns genau gegenüber liegt, fuhr ich dort als erstes hin.

In den Unterlagen die ich erhalten hatte, stand ausdrücklich drin, dass es ungünstig sei, schon vor dem ersten Arbeitstag zu erscheinen, da man wahrscheinlich keine Zeit haben würde sich mit mir zu befassen. Also alle Arbeitswut in Ehren, begnügte ich mich damit mir das Gelände und das Gebäude von außen anzuschauen.

Das Gebäude liegt nett im Grünen. Keine Spur von Industriegelände. Es gibt einen großen Parkplatz, genauer gesagt sogar zwei. Und den Streetballplatz hab ich auch schon entdeckt. Ich glaube man hätte es schlimmer treffen können. Ich bin gespannt auf Montag, wenn ich dann auch endlich rein darf :)

Nachdem ich meine Neugier befriedigt hatte, ging es dann zur PNC Bank. Ich war mir nicht sicher, ob meine VISA Karte hier überall akzeptiert werden würde, und selbst wenn kostet das jedes Mal 1,75%. Also muss ein amerikanisches Konto her. Ein „Checking Account“ mit eigener Kreditkarte. Bei PNC sind die Siemensianer schon bekannt, was die ganze Sache enorm erleichterte. Ich konnte das Konto ohne Schwierigkeiten eröffnen, und bekam auch meine Checks ausgehändigt. Das Prinzip der Checks, ist hier sehr verbreitet, obwohl es eigentlich wie ein wenig aus der Steinzeit anmutet. Zwar habe ich eine Unterschriftenprobe hinterlegt, aber sollte mir jemand meine Checks stehlen, ist dies das einzige Hindernis, um das gesamte Konto abzuräumen. Die Bedingungen sind der PNC Bank sind leider nicht in allen Belangen wirklich günstig. Das Konto ist kostenlos, ebenso wie die Kreditkarte und Überweisung innerhalb der USA. Auch Online Banking ist kostenlos. Aber, überziehen sollte man sein Konto hier besser nicht. Unabhängig vom Betrag, zieht eine negative Balance Kosten von mindestens $31 nach sich. Bei der nächsten Buchung bei negativer Balance… wieder $31 usw. Außerdem kostet das Überweisen von Geld auf das Konto aus Deutschland $18, und eine Überweisung nach Deutschland $40. Nun hatte ich aber genug Organisation geschoben für den ersten Tag. Auf nach Princeton.

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